SexualitĂ€t findet heute auf vielen Ebenen statt. Sie ist gleichzeitig offline und online, sichtbar und im Verborgenen. Und trotzdem gibt es LebensrealitĂ€ten, ĂŒber die selten wirklich offen gesprochen wird. Eine davon ist die Arbeit als Content Creator im Adult-Bereich. Hier geht es nicht nur um Inhalte, sondern auch um Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und den Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen.
Hinter dieser Arbeit stehen echte Menschen mit individuellen Geschichten und Erfahrungen, die oft unsichtbar bleiben. Genau diese Perspektiven möchten wir sichtbarer machen und einordnen, ohne zu bewerten oder zu vereinfachen. Der Austausch mit Menschen aus diesem Bereich hilft dabei, besser zu verstehen, wie SexualitÀt heute gelebt wird und welche Rolle Themen wie Offenheit, Grenzen und Eigenverantwortung im Alltag spielen. Gleichzeitig eröffnet er Einblicke in eine LebensrealitÀt, auf die viele neugierig sind, die aber nur selten wirklich sichtbar wird.
FĂŒr diesen Beitrag haben wir mit Laura gesprochen. Sie ist 32 Jahre alt, zweifache Mutter, gebĂŒrtige Schweizerin und verdient ihren Lebensunterhalt mit OnlyFans. Was als spontaner Versuch begann, ist heute fester Bestandteil ihres Lebens. Doch schnell wird klar, dass hinter dem Content mehr steckt als das, was viele von auĂen sehen.
Zwischen Zweifel und Neugier. Wie alles begann
Laura beschreibt sich selbst als im Alltag eher introvertiert. Und trotzdem war da eine gewisse Offenheit, wenn es um ihren eigenen Körper und ihre SexualitĂ€t ging. âIch bin charakterlich eher introvertiert, war aber was meinen Körper und meine SexualitĂ€t angeht immer eher offen.â Was zunĂ€chst widersprĂŒchlich klingt, beschreibt ziemlich gut, worum es in diesem GesprĂ€ch geht: um Selbstbestimmung, Entscheidungen und die RealitĂ€t hinter einem Beruf, ĂŒber den viel gesprochen wird, aber zu selten mit den Menschen, die ihn ausĂŒben.
âUrsprĂŒnglich wollte ich ein bisschen Geld dazuverdienen und habe mich daher auf OnlyFans angemeldet und mich mit der Plattform auseinandergesetzt.â
Ein klarer Plan oder eine konkrete Strategie standen am Anfang nicht. Vielmehr war es ein vorsichtiger VorstoĂ, mit der Erwartung eines Nebenverdiensts von vielleicht ein paar hundert Euro im Monat. Der Moment, in dem sie ihren ersten Content veröffentlicht hat, ist ihr bis heute sehr prĂ€sent geblieben. RĂŒckblickend beschreibt sie diesen Schritt mit einem klaren Gedanken: âOMG was tuâ ich hier!â
Was danach folgte, kam fĂŒr sie selbst völlig unerwartet. âDass ich kurz darauf so viele Abonnenten hatte, war fĂŒr mich eine riesige Ăberraschung, welche mich anfangs sehr ĂŒberfordert, aber natĂŒrlich auch sehr gefreut hat und mich gelehrt hat, dieses Business zu schĂ€tzen und zu zelebrieren!â
Mit der wachsenden Aufmerksamkeit kamen nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch Spannungen im privaten Umfeld. âUm ehrlich zu sein, wissen es in meinem Umfeld nur sehr wenige Leute. Einige haben sich komplett abgewendet, andere stiegen mit ein als sie sahen, dass man damit auch Geld verdienen kann und wieder andere ignorieren es einfach und sprechen nicht darĂŒber.â
Alltag zwischen Content und Care-Arbeit
Was jedoch oft unterschĂ€tzt wird, ist der tatsĂ€chliche Aufwand hinter dem Job. âDer Aufwand ist sehr hoch. Das Business ist hart, denn man muss immer neue Ideen haben, um mit anderen mithalten zu können. Meine Inspiration sind oft meine Fans oder natĂŒrlich auch andere Creator:innen.â Dieser Aufwand ist nicht punktuell, sondern konstant. âDas Business schlĂ€ft nie, deshalb verbringe ich mehrere Stunden am Tag damit.â Wie viele Stunden genau, wird schnell greifbar. âDer Aufwand fĂŒr meine Videos/Posts/Kooperationen/Chats usw. belĂ€uft sich auf etwa 8 bis 12 Stunden am Tag.â
Gleichzeitig ist da ein zweites Leben, das genauso viel Raum einnimmt. FĂŒr Laura ist die Trennung klar. WĂ€hrend sie arbeitet, ist sie ganz Businessfrau, im Privatleben ganz Mama. Eine klare Struktur hilft ihr dabei, beides unter einen Hut zu bekommen. Mit festen Zeiten fĂŒr Content und Austausch, aber genauso festen Momenten, die ausschlieĂlich ihrer Familie und ihren Freund:innen gehören.
Grenzen, Vorurteile und Selbstschutz

Ein Thema, das im GesprĂ€ch immer wieder auftaucht, ist das Setzen von Grenzen, besonders wenn es um ihre PrivatsphĂ€re geht. âMein Gesicht wird niemals gezeigt, egal wie viel Geld mir dafĂŒr geboten wird und auch gewisse WĂŒnsche werden abgelehnt.â
FĂŒr Laura ist das keine Option, sondern eine Voraussetzung. âGrenzen in diesem Business sind sehr wichtig, sie sorgen fĂŒr deinen Schutz und dafĂŒr, dass du dich selbst nicht verlierst.â Gleichzeitig ist sie tĂ€glich mit Vorurteilen, die ihren Beruf betreffen konfrontiert. Klassische Aussagen wie âDie macht sowieso alles fĂŒr Geldâ oder âDu bist eine Hureâ sind Alltag fĂŒr sie. Mittlerweile kann sie mit diesen Vorurteilen professionell umgehen und weiĂ, wie sie diese zu bewerten hat. Dennoch bleibt die TĂ€tigkeit eines âAdult Content Creatorâ in der Gesellschaft negativ behaftet.
âIn der Gesellschaft ist dieses Business nach wie vor nicht gerne gesehen. Die Gesellschaft denkt automatisch du bist ein schlechter Mensch, wenn du dich als Frau in diesem Business bewegst.â Besonders die so genannte Doppelmoral fĂ€llt ihr dabei auf. âIch habe oft das GefĂŒhl als Mann ist es okay diese Dienste in Anspruch zu nehmen, aber als Frau diese Dienstleistung anzubieten ist verwerflich.â FĂŒr sie selbst hat sich die Perspektive lĂ€ngst verschoben, denn fĂŒr Laura ist ihre Arbeit vor allem eines: eine Dienstleistung, bei der sie ihre Grenzen selbst definiert. Gleichzeitig schĂ€tzt sie die Freiheit, die ihr dieser Job gibt. âIch habe das GlĂŒck, mein eigener Chef zu sein.â So kann sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und von zu Hause arbeiten. Das bedeutet fĂŒr sie vor allem eins: genug Zeit fĂŒr ihre Kinder zu haben und im Alltag prĂ€sent zu sein.
Im Austausch mit Laura wurde schnell deutlich, wie selbstverstĂ€ndlich Produkte aus dem Bereich Sexual Wellness Teil ihres beruflichen Alltags sind. Aus dieser Perspektive heraus haben wir sie eingeladen, die pjur TOY Range auszuprobieren und ihre Erfahrungen offen mit uns zu teilen. âIch muss sagen ich war wirklich sehr positiv ĂŒberrascht von den Produkten.â Besonders zwei Produkte sind ihr dabei im GedĂ€chtnis geblieben.
Zum einen pjur TOY LUBE. Hier ist ihr vor allem die etwas andere Konsistenz aufgefallen, da es sich um eine Hybrid-Formulierung aus Wasser und einer kleinen Menge Silikon handelt. Im Vergleich zu anderen Gleitgelen lĂ€sst es sich gezielter auftragen und bleibt dort, wo man es haben möchte, anstatt schnell zu verlaufen. Gerade im Umgang mit Toys hat Laura dies als deutlichen Vorteil wahrgenommen, weil es die Anwendung insgesamt einfacher und kontrollierter macht. Besonders ĂŒberzeugt hat sie zudem das angenehme, weiche GefĂŒhl auf der Haut.
Ihr zweiter Favorit ist das alkohol- und parfĂŒmfreie pjur TOY CLEAN. Das Produkt dient zur intensiven, aber dennoch schonenden Reinigung von Sex Toys. âDie super einfache Reinigung mit pjur TOY CLEAN hat mich ebenfalls sehr ĂŒberzeugt.â FĂŒr Laura ist vor allem die unkomplizierte Anwendung entscheidend, da sich ihre Sex Toys damit schnell und ohne groĂen Aufwand reinigen lassen. Der Reiniger entfernt zuverlĂ€ssig Gleitgel von Materialien wie Silikon, Glas, Latex oder Metall.
Diese Einblicke machen deutlich, dass hinter dem Content nicht nur Ăsthetik steht, sondern auch Routinen, Erfahrungen und konkrete Anforderungen an Anwendung, Pflege und VerlĂ€sslichkeit, die von auĂen oft unsichtbar bleiben.
Fazit
Lauras Geschichte zeigt, wie vielschichtig und individuell der Weg im Adult-Bereich sein kann. Was von auĂen oft reduziert wirkt, ist in der RealitĂ€t geprĂ€gt von Entscheidungen, AbwĂ€gungen und einem sehr bewussten Umgang mit sich selbst. Zwischen Sichtbarkeit und PrivatsphĂ€re, zwischen Freiheit und Verantwortung entsteht ein Alltag, der weit mehr Facetten hat, als es zunĂ€chst scheint. Gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Nicht, um zu bewerten, sondern um zu verstehen, wie unterschiedlich SexualitĂ€t heute gelebt wird und welche Rolle Selbstbestimmung dabei spielt. Am Ende bleibt vor allem die Erkenntnis, dass hinter jedem Profil ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht, die sich nicht auf einen ersten Eindruck reduzieren lĂ€sst.
Was OnlyFans ist und warum so viele darĂŒber sprechen.
OnlyFans wurde 2016 gegrĂŒndet und ist eine Plattform, auf der Creator:innen Inhalte teilen und damit Geld verdienen können. Nutzer zahlen fĂŒr ein monatliches Abo und bekommen dafĂŒr Zugang zu Fotos, Videos oder persönlicherem Content. Was ursprĂŒnglich als Ort fĂŒr Creator aus Bereichen wie Musik, Kunst oder Social Media gedacht war, hat sich ziemlich schnell weiterentwickelt. Heute ist OnlyFans vor allem fĂŒr exklusive Inhalte bekannt. Ein groĂer Teil davon ist erotischer Content. Die Anmeldung ist dabei erstmal unkompliziert. Ein Account ist schnell erstellt und kostet nichts. Wirklich interessant wird es erst, wenn man bezahlt. Erst dann bekommt man Zugriff auf die Inhalte, fĂŒr die die Plattform eigentlich steht. Der Reiz liegt fĂŒr viele darin, einen direkteren und persönlicheren Zugang zu Creator:innen zu bekommen. Inhalte sind nicht öffentlich, sondern hinter einer Bezahlschranke. Wer sie sehen will, muss ein Abo abschlieĂen. Und was das Ganze genau kostet? Unterschiedlich, denn: die Creator:innen legen ihre Preise selbst fest. Die Preise fĂŒr die Abonnements liegen zwischen 4,50⏠und 49,00⏠pro Monat.
OnlyFans zĂ€hlt heute weltweit ĂŒber 300 Millionen Nutzer:innen und erzielte im Jahr 2024 einen geschĂ€tzten Umsatz von rund 1,4 Milliarden US-Dollar.
Ăber Laura
Laura Klein ist 32 Jahre alt, gebĂŒrtige Schweizerin und Mutter von zwei Kindern.
Ihren Alltag beschreibt sie selbst als Balance zwischen Familienleben und SelbststĂ€ndigkeit im digitalen Raum. Neben ihrem Familienalltag arbeitet sie als Content Creatorin auf OnlyFans und ist dort unter ihrem KĂŒnstlernamen aktiv. Auch auf Instagram gibt sie Einblicke in ihren Alltag und ihre Arbeit als Creatorin. Dabei bleibt sie bewusst anonym, da sie weder ihr Gesicht zeigt noch ihre private IdentitĂ€t preisgibt. So trennt sie ihr öffentliches Auftreten klar von ihrem persönlichen Leben. Ăber OnlyFans teilt sie regelmĂ€Ăig Content und steht dabei fĂŒr einen offenen, aber klar abgegrenzten Umgang mit ihrer Arbeit
Instagram: laurakleinofficial
OnlyFans: diekleinelaura
Facebook: Laura Klein
Bestfans.com: LauraKlein94
FAQ
Was ist OnlyFans genau?
OnlyFans ist eine Content Plattform, auf der Creator Inhalte gegen Bezahlung anbieten können. Nutzer zahlen meist ein monatliches Abo, um Zugriff auf Fotos, Videos oder persönliche Inhalte zu erhalten.
Seit wann gibt es OnlyFans?
Die Plattform wurde 2016 gegrĂŒndet und hat besonders in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen.
Ist OnlyFans nur fĂŒr erotische Inhalte gedacht?
Nein. Auch wenn viele Inhalte aus dem Erotikbereich stammen, ist die Plattform grundsĂ€tzlich deutlich breiter aufgestellt. Dort sind auch KĂŒnstler:innen, Coaches und Creator:innen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten aktiv. Im Zentrum steht dabei immer das Abomodell, bei dem Nutzer:innen fĂŒr exklusiven Content zahlen â meist im Bereich von wenigen Euro bis hin zu höheren monatlichen BetrĂ€gen, je nach Creator.
Wie vielfÀltig die Nutzung tatsÀchlich ist, zeigt sich auch in unterschiedlichen Creator:innen-Formaten. Einen ergÀnzenden Einblick dazu findet ihr in unserem GesprÀch mit einem Creator-Paar in diesem Beitrag.
Wie viele Nutzer hat OnlyFans?
OnlyFans zĂ€hlt heute weltweit ĂŒber 300 Millionen Nutzer. Die USA stellt den gröĂten Markt dar, mit SchĂ€tzungen von ĂŒber 43%.
Wie viel arbeitet ein OnlyFans Creator pro Tag? Â
Das ist sehr unterschiedlich. Laura beschreibt ihren Alltag mit etwa 8 bis 12 Stunden tÀglich, je nach Anfragen und Content.
Wie unterschiedlich sind die LebensrealitÀten von Content Creator:innen wirklich?
So unterschiedlich wie die Menschen selbst. Manche arbeiten sehr strukturiert mit klaren AblĂ€ufen, andere eher flexibel und spontan, viele bewegen sich irgendwo dazwischen. Was sie eint, ist meist die Kombination aus SelbststĂ€ndigkeit, digitaler Arbeit und einem sehr individuellen Umgang mit Ăffentlichkeit und PrivatsphĂ€re.
Neben der Content-Erstellung gehört fĂŒr viele auch die eigene Vermarktung zum Alltag dazu. Von Social-Media-AktivitĂ€ten ĂŒber die Interaktion mit Followern bis hin zu Live-Formaten und exklusiven Inhalten fĂŒr Abonnent:innen. Dazu kommt das Beobachten von Trends, das Analysieren der eigenen Performance sowie Planung und Vernetzung innerhalb der Szene.
Welche gesellschaftlichen Vorurteile begegnen Content Creator:innen im Alltag?
Trotz der wachsenden Sichtbarkeit gibt es nach wie vor viele Vorurteile gegenĂŒber Menschen, die im Adult Bereich arbeiten. HĂ€ufig geht es dabei weniger um die Arbeit selbst, sondern um fehlendes VerstĂ€ndnis fĂŒr die individuellen HintergrĂŒnde und Entscheidungen dahinter.